Wintercamping: Tipps & Tricks für Einsteiger und Profis

In einem Moment noch im Wohnmobil, im nächsten schon auf der Piste: Wintercamping boomt. Damit du bei Minusgraden und Schnee nicht einfrierst, haben wir einige Tipps für alle Wintercamper und die, die es werden wollen.

Frostschutz, Isolierung, Gasanlage

Mit der richtigen Vorbereitung macht Wintercamping doppelt Spaß. Die Anregungen kommen von uns. Im Camping-Fachhandel erhältst du dann alles, was du für die Ferien im Schnee benötigst.

Kaum sinkt die Temperatur unter null Grad, verwandelt sich Wasser in Eis. Damit ist der Ärger vorprogrammiert: Abwasserbehälter lassen sich nicht mehr entleeren, Türen nicht mehr öffnen, die Handbremse nicht mehr lösen. Mit der richtigen Vorbereitung kann dir das nicht passieren.

  • Trage noch vor dem Winterurlaub eine Gummipflege auf die Dichtungen an Fenstern und Türen. Der Gummi bleibt geschmeidig und es bilden sich keine Risse. Außerdem hält die Schutzschicht Wasser fern, sodass nichts festfriert. Zur Pflege eignen sich silikonhaltige Mittel aus dem Fachhandel, die auf die sauberen und trockenen Gummis aufgetragen werden. Finger weg von Vaseline: Es kann die Gummis angreifen.
  • Eine Deichselabdeckung schützt die Handbremse des Wohnwagens vor dem Festfrieren.
  • Den Gaskasten des Wohnwagens solltest du mit einer Bugplane abdecken, die vor Schnee und Eis schützt. Dieses bildet sich, wenn es tagsüber taut und nachts wieder friert. Das Resultat ist eine dicke Eisschicht, die es unmöglich macht, den Gaskasten zu öffnen und die Gasflasche zu wechseln. Dahingegen lässt sich die Bugplane trotz Schnee und Eisschicht einfach anheben und der Gaskasten ist sofort zugänglich.
  • Gerade wenn du mehrere Wochen beim Wintercamping verbringst und das Reisemobil oder den Wohnwagen nicht bewegst, solltest du Holzplatten unter Reifen und Bugrad legen. Beim ständigen Frost-Tau-Wechsel droht das Fahrzeug ansonsten immer weiter in den weichen Boden einzusumpfen – und regelrecht festzufrieren.
  • Anstelle des üblichen Rolltanks, in dem du das Abwasser im Sommer sammelst und bei Bedarf an der Entsorgungsstelle ausleerst, nutzt du beim Wintercamping besser einen Gummieimer. Da der Abwassertank im Freien steht, friert das Wasser darin schnell ein. Bei einem Rolltank hast du dann keine Chance mehr, diesen zu leeren. Du kannst auch etwas Scheibenfrostschutz in den Eimer oder Tank geben.
  • Damit die Toilette nicht einfriert, gib die Scheibenfrostschutz in das Spülwasser.
  • Lege das Stromkabel so vom Wohnmobil zum Verteilerkasten, dass es beim Schneeräumen nicht durch die Schneeschaufel beschädigt werden kann.
  • Stelle das Reisemobil oder Wohnwagen nicht auf einem Stellplatz mit verschneiten Bäumen. Wenn sich der Schnee löst oder einzelne Äste aufgrund der Schneelast abbrechen und auf das Dach des Caravans fallen, kann der Abgaskamin der Heizung beschädigt werden. Damit wäre der Winterurlaub beendet.
  • Vom Heizkabel, das Wasserleitungen vor dem Einfrieren schützt, bis zur Tankheizung erhältst du im Camping-Fachhandel allerlei nützliche Helfer, die dir das Leben leichter machen.
  • Sobald dein Wintercamping-Ausflug beendet ist und du den Caravan nicht mehr heizt, musst du das Wasser ablassen, um Frostschäden zu verhindern. Wir haben Tipps, wie das am besten geht!

Mit ein paar einfachen Mitteln schützt du den Caravan-Innenraum vor Kälte und hast es angenehm warm.

  • Bau ein spezielles Wintervorzelt an deinen Wohnwagen oder das Reisemobil. Die Zelte schützen gezielt den Eingangsbereich und dienen optimal als Windfang oder zusätzlicher Stauraum. Da sie kleiner als übliche Caravan-Vorzelte sind, ist die Schneelast auf dem Dach nicht so schlimm.
  • Im Sommer stellt das Außengitter des Kühlschranks sicher, dass der Kühlschrank bei hohen Temperaturen nicht überhitzt. Im Winter können Sie das Gitter mit einer speziellen Winterabdeckung soweit verschließen, dass keine Kälte über die Kühlschrankbelüftung eindringen kann.
  • Um den Kälteeinbruch zu minimieren, eignen sich Thermomatten. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen, zum Beispiel für Front- und Seitenscheiben oder als Armaturenbrettisolierung. Manche Folien befestigst du von innen mit Saugnäpfen an den Scheiben, andere werden von außen angebracht.
  • Wohnmobilisten tun beim Wintercamping gut daran, das Fahrerhaus mit einem Thermovorhang vom Wohnbereich abzutrennen.
  • Heizteppiche oder elektrische Heizfolien sorgen im Winter für warme Füße. Sie sind in verschiedenen Größen und mit unterschiedlicher Wärmeleistung erhältlich und werden einfach dort verlegt, wo sie benötigt werden.
  • Damit der eisige Wind nicht unter dem Caravan hindurchfegt und der Boden auskühlt, bietet der Fachhandel Seitenabdeckungen. Bevor du einen solchen Schutz anbringst, musst du dich vergewissern, dass die Zwangsbelüftung für Fahrzeug und Gasanlage freigehalten wird. Schlimmstenfalls können sich Abgase unter dem Caravan sammeln und in den Innenraum gelangen. Das ist auch der Grund, weshalb du den Schnee um dein Fahrzeug regelmäßig wegräumen müssen.

Wintercamping macht nur so lange Spaß wie die Heizung läuft. Daher sollten Sie darauf achten, dass Ihnen nicht plötzlich das Gas ausgeht und Sie auf einmal im Kalten sitzen.

  • Achten Sie darauf, dass Sie das richtige Gas dabeihaben. Propan ist frostunempfindlich und kann bis -40 °C verwendet werden. Wenn Sie die grauen 5 oder 11 Liter Gasflaschen im Einsatz haben, müssen Sie sich keine Sorgen machen, da diese mit Propan gefüllt sind. Im Gegensatz dazu eignet sich Butan nicht zum Wintercampen, da es unter 0 C° nicht mehr in den gasförmigen Zustand übergeht. Gleiches gilt für ein Gasgemisch aus Propan und Butan, wie es insbesondere in Campingbussen verwendet wird.
  • Nehmen Sie ausreichend Gas in den Urlaub mit. Als Faustformel gilt, dass eine elf Kilo Gasflasche im Winter etwa 3 bis 4 Tage hält, wenn die Heizung läuft. Natürlich ist der Gasverbrauch von Ihren Gewohnheiten und der Außentemperatur abhängig.
  • Nutzen Sie eine automatische Gasumschaltanlage von Truma. Die DuoControl CS schaltet automatisch auf die zweite Flasche, wenn die erste Gasflasche leer ist. Sie können den ganzen Tag auf der Piste verbringen oder abends beruhigt schlafen gehen: Der Caravan bleibt warm.
  • Damit Sie das Wohnmobil schon während der Fahrt heizen können, empfiehlt sich ein Gasdruckregler mit integriertem Crashsensor. Dann müssen auch die Mitreisenden auf den hinteren Plätzen nicht frieren. Die Leistung der Fahrzeugheizung selbst reicht meistens nur, um das Fahrerhaus zu wärmen.

Die richtige Heizung fürs Wintercamping


Die richtige Heizung ist beim Wintercamping das A und O. Sie sollte so leistungsstark sein, dass sie den Wohnwagen oder das Wohnmobil zuverlässig warmhält – auch wenn die Außentemperaturen nachts absinken.

Truma S-Heizung

Die S 5004 eignet sich mit einer Leistung von 6000 Watt ideal fürs Wintercamping mit dem Wohnwagen. Damit es noch kuscheliger wird, lässt sich die S-Heizung um eine elektrische Zusatzheizung mit einer Leistung von 2000 Watt erweitern. Der Truma Ultraheat wird am Einbaukasten der S-Heizung montiert und kann zusammen mit der S-Heizung oder allein verwendet werden.

Die Warmluftverteilung erfolgt über die vorhandenen Gebläse und Warmluftrohre, sodass sich der Ultraheat schnell nachrüsten lässt.

  • Sie müssen mindestens einmal im Jahr den Staub, der sich an Wärmetauscher, Bodenplatte und Lüfterrad der Truma Warmluftanlage angesammelt hat, entfernen. Das Lüfterrad reinigen Sie vorsichtig mit einem Pinsel oder einer kleinen Bürste.
  • Kontrollieren Sie den Wärmetauscher nach längerer Standzeit auf Verschmutzungen und reinigen Sie ihn gegebenenfalls.
  • Setzen Sie vor Beginn jeder Heizsaison eine neue Batterie ein.
  • Wenn Sie bei der Inbetriebnahme keine Zündfunken hören oder weniger als zwei Zündfunken pro Sekunde erkennen, müssen Sie die Batterie erneuern.
  • Testen Sie vor dem Urlaub, ob die S-Heizung einwandfrei funktioniert. Schalten Sie sie dafür ein und lassen sie für eine halbe Stunde laufen.
  • Der Warmluftaustritt der Heizung darf keinesfalls behindert werden, da die S-Heizung dann überhitzen kann und Brandgefahr besteht. Sie dürfen daher keine Textilien zum Trocknen auf die Heizung hängen und keine brennbaren Gegenstände in die Nähe der Heizung bringen.

Truma Combi Heizung

Die Combi 6 E ist für Wohnmobile die erste Wahl, eignet sich aber ebenso gut für Wohnwagen. Mit einer Leistung von 6000 Watt und zwei zusätzlichen elektrischen Heizstäben wird es Ihnen beim Wintercamping nicht kalt. Die Heizung wählt automatisch die benötigte Leistungsstufe entsprechend der Temperaturdifferenz zwischen der am Bedienteil eingestellten und gegenwärtigen Raumtemperatur.

Zudem hat die Combi Heizung einen integrierten 10-Liter-Wasserbehälter. So wird im Heizbetrieb der Raum beheizt und gleichzeitig Wasser erwärmt.

  • Reinige den Einbauraum mindestens einmal im Jahr.
  • In den Lamellen des Gebläses sammeln sich mit der Zeit Staubflusen an. Lass die Heizung durch Fachpersonal auf Verschmutzungen prüfen und gegebenenfalls reinigen, um eine optimale Gebläseleistung zu ermöglichen.
  • Teste die Heizung vor dem Start zum Wintercamping: Lass die Heizung für etwa eine halbe Stunde laufen und prüfe, ob alles problemlos funktioniert.
  • Das Ablassventil FrostControl schützt die Heizung vor Frostschäden. Es öffnet automatisch bei einer Temperatur von ca. 3 °C und entleert den Wasserbehälter. Daher sollte die Temperatur im Einbauraum der Combi Heizung beim Wintercamping nicht unter 3 °C sinken. Wenn du das Truma iNet System nutzt und die Combi Heizung per App steuerst, kannst du einen Kältealarm einstellen (Diese Funktion wird von der Combi D 6 und Combi D 6 E nicht unterstützt). Sobald die Temperatur im Reisemobil unter einen vordefinierten Wert sinkt, erhältst du eine SMS-Benachrichtigung. Dann kannst du die Heizung einschalten und somit verhindern, dass es im Caravan zu kalt wird und das Ablassventil öffnet.

Beim Wintercamping richtig heizen und lüften

  • Wenn du nicht schon während der Fahrt eingeheizt hast, empfiehlt es sich beim ersten Aufheizen am Urlaubsort alle Schranktüren und Klappen zu öffnen. So kann sich die Wärme gleichmäßig im gesamten Innenraum verteilen.
  • Halte die Zu- und Abluft der Heizung frei.
  • Lass den Caravan nie vollständig auskühlen, da sonst Frostschäden drohen. Außerdem entleert das Ablassventil FrostControl den Boiler bei Temperaturen unter 3 °C automatisch.
  • Beachte, dass Dachkamine bei starkem Schneefall eine Kaminverlängerung benötigen, sodass die Abluft der Heizung entweichen kann. Trotz Kaminverlängerung solltest du große Schneemengen vom Dach abräumen – allein schon wegen des Gewichts, das andernfalls auf dem Dach lastet.
  • Wie du es aus den eigenen vier Wänden gewohnt bist, solltest du im Caravan morgens und nach dem Kochen stoßlüften, um Schwitzwasser zu vermeiden. Feuchtigkeit vermeidest du außerdem, indem du deine Kleidung im Freien von Schnee abschüttelst.

Checkliste Wintercamping


Dank Truma Heizung sind Wohnmobil / Wohnwagen im Winter angenehm warm. Aber man kennt das von Zuhause: Selbst, wenn die Heizung bollert, braucht man ab und an Kuscheldecke, dicke Wollsocken, Wärmflasche und einen heißen Kakao zum Glücklichsein. Zum Wintercamping sollte also alles mit was du dafür benötigst.

Darüber hinaus sind diese Dinge nützlich:

  • Wintervorzelt mit Schmutz- und Sauberzone
  • Fußmatte für den Außenbereich
  • Eiskratzer
  • Besen / Handfeger
  • Leiter, um Schnee vom Dach entfernen zu können
  • Heizmatten für warme Füße
  • Taschen- oder Stirnlampe für den Weg zum Waschhaus
  • Enteisungsspray
  • Schneeschaufel
  • Dicke Arbeitshandschuhe
  • Starthilfekabel, wenn nichts mehr geht
  • Unterlegbrettchen für die Räder
  • Schneeketten
  • Fön 

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Die Klassifizierung: Wintertauglich oder winterfest

Mit der ersten Wohnwagenheizung, die Truma 1961 auf den Markt brachte, haben wir Wintercamping überhaupt erst möglich gemacht. Hochwertige Heizungen sind auch heute noch unsere Kernkompetenz – denn sie sind die Grundvoraussetzung für einen gelungenen Winterurlaub mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen.

Damals wie heute war ein Punkt besonders wichtig: Die Heizung muss den Caravan zuverlässig aufwärmen. Um das sicherzustellen, werden Wohnwagen nach der "DIN EN 1645-1 Bewohnbare Freizeitfahrzeuge – Caravans" geprüft. Für Wohnmobile greift die "DIN EN 1646-1 Bewohnbare Freizeitfahrzeuge – Motorcaravans".

Die Norm gibt einen genauen Testablauf vor und definiert, an welchen Stellen im Fahrzeug die Temperatursensoren platziert werden. Der zentrale Messpunkt befindet sich in der Mitte des Wohnraums einen Meter über dem Fußboden. Insgesamt müssen die Caravans mehrere Testphasen meistern, ehe sie sich wintertauglich oder winterfest nennen dürfen.

Ein Wohnwagen oder Reisemobil das als wintertauglich angeboten wird, hat diese Phasen durchlaufen – und die Vorgaben erfolgreich bestanden.

  • Während der Abkühlzeit wird der Caravan in der Kältekammer für mindestens zehn Stunden auf 0 °C heruntergekühlt. Innen- und Außentemperatur müssen gleich sein, bevor der Heizvorgang beginnt.
  • Die Heizung wird gestartet und der Innenraum wird aufgeheizt. Nach einer Aufheizzeit von maximal zwei Stunden muss an der zentralen Messstelle eine Temperatur von 20 °C erreicht sein. Der Temperaturunterschied an allen fünf Messstellen darf maximal 7 °C betragen.

Damit ein Wohnwagen oder Reisemobil als winterfest angepriesen werden darf, muss er zwei weitere Phasen durchlaufen. Auch die Ausgangstemperatur liegt deutlich im Minus-Bereich.

  • Der Caravan/das Reisemobil wird in der Kältekammer für mindestens zehn Stunden auf -15 °C heruntergekühlt – auch der Innenraum muss komplett ausgekühlt sein.
  • Die Heizung wird gestartet und das Fahrzeuginnere aufgeheizt. Die Temperatur an der zentralen Messstelle muss nach maximal vier Stunden 20 °C betragen. Die Temperaturdifferenz an den fünf Messstellen darf maximal bei 7 °C liegen.
  • Sobald die Innentemperatur von 20 °C erreicht ist, beginnt die Stabilisierungszeit. Die Innentemperatur muss für eine Stunde gehalten werden.
  • Am Ende der Stabilisierungszeit wird die Trinkwasserversorgung befüllt. Alle Wasserleitungen müssen bei einer Außentemperatur von -15 °C ohne Einschränkungen funktionieren.